“It all began in Africa”

Bläsermissionsreise zu den Ursprüngen der Menschheitsgeschichte

Bläserfreizeit des bayerischen Posaunenchorverbandes in Tanzania von 15. August bis 04. September 2002 – ein etwas anderer Urlaub!

Was wird auf uns zukommen? Was wird von uns erwartet werden? Wie werden sie uns aufnehmen? Und vor allem: Ist eine Bläserfreizeit in Afrika überhaupt sinnvoll? Diese und ähnliche Fragen gingen uns durch den Kopf, als wir am Donnerstag Abend gegen 20.30 Uhr den Kilimanjaro International Airport anflogen.

Diese anfängliche Unsicherheit legte sich jedoch ziemlich schnell, denn wo wir hinkamen, wurden wir von den Einheimischen überaus freundlich und herzlich empfangen. Die Mitglieder der tanzanischen Posaunenchöre, die wir bei unserer Tour durch die einzelnen Gemeinden trafen, waren mit großer Begeisterung und echtem Feuereifer bei der Sache. Im Nachhinein scheint das nicht weiter verwunderlich, da die Kirche in Tanzania einen wesentlich höheren Stellenwert hat als bei uns. Dies wurde uns bei den durchwegs sehr gut besuchten Gottesdiensten bewusst. Mit einer durchschnittlichen Dauer von drei bis fünf Stunden stellten diese eine ungewohnte Belastung für unsere europäischen Hinterteile dar! ?

Die Gottesdienstordnung ist der unsrigen sehr ähnlich, wird jedoch durch viele verschiedene Chöre und andere Beiträge angereichert. Ein Novum für uns war die Art der Kollekte. Jedes Gemeindemitglied leistete einen seinen Möglichkeiten entsprechenden Beitrag. Die einen spendeten Geld, die anderen Naturalien, welche dann im Gottesdienst versteigert wurden.

Neben solchen Einsätzen bei Gottesdiensten waren die sogenannten Trumpet Choir Seminars unsere Hauptaufgabe. Meistens fuhren wir über Lehm- und Schotterpisten in die Gemeinden, um dort bei gemeinsamen Übungsstunden neue Noten und Stücke vorzustellen und einzuüben.

Fünf besonders schöne Tage verbrachten wir in Mwika, einem Dorf an den Hängen des Kilimanjaro auf ca. 1800 Meter Höhe, im Bible College. Die Begeisterung der einheimischen Bläser äußerte sich oft in einer Lautstärke, die jede Bezirkschorprobe bei uns in den Schatten stellt. Auch wenn es manchmal durchaus anstrengend war, so ließ der Tagesablauf verbunden mit der afrikanischen Lebenseinstellung immer genügend Raum, um im täglichen Miteinander einen tiefen Einblick in den Alltag zu erhalten. So besonders bei einer Tagestour in den Kili National Park, auf der wir mit der Orts- und Naturkenntnis unserer Bläserkollegen die Schönheit und Vielfalt ihrer Heimat bewundern durften.

Ein absoluter Höhepunkt war unsere dreitägige Safari durch die Nationalparks Tarangire, Ngorongoro Crater und Lake Manjara, wo wir die atmberaubende Tier- und Pflanzenwelt Tanzanias buchstäblich hautnah erleben durften. Ein weiteres Erlebnis war der Besuch einer Massai-Gemeinde, wo uns ein kleines Konzert ebenso die Tür zu den Herzen der „Wilden“ öffnete.

Dieses Geben und Nehmen machte unsere „Dienstreise“ zu einem solch unvergesslichen Erlebnis und weckte in uns allen Lust auf mehr Afrika, dem Ursprungsland der Menschheit.

Stefan Stetter und Johannes Bauereiß, Mitglieder des Posaunenchors Feuchtwangen