125 Jahre Schlosskirche Thürnhofen

Die Schlosskirche wurde in den Jahren 1878/79 erbaut. Über dem Eingang befindet sich das Allianzwappen der Erbauer: eine Krone, darunter links das Wappen seiner Gattin Stephanie, einer Geborenen von Fröhlich, mit Fahne, Weinreben und Sonne im Schild. Stephanie stammte aus Augsburg, während der Graf der Nachkomme eines französischen Adelsgeschlechtes gewesen sein dürfte, das nach der französischen Revolution nach Deutschland übersiedelte.

Gräfin Stephanie war evangelisch. Sie erkannte die große Not der Thürnhofener in religöser Hinsicht, insbesondere der Alten und Gebrechlichen, die nur selten zum Gottesdienst nach Feuchtwangen konnten. Denn man muss sich vorstellen, dass es im 19. Jahrhundert keine beweglichen Fahrzeuge, außer dem Pferdefuhrwerk, gab und man somit die Strecken auf Schusters Rappen zurücklegen musste. Immerhin waren dann die Kirchgänger einige Stunden unterwegs. Um dem abzuhelfen, ließ die Gräfin an Stelle eines vorher abgebrochenen Küchenbaus mit Gesindestuben, durch die seinerseits auch der Haupteingang ging, die Kirche erbauen.

Die Gräfin erwies sich hierbei als die große Wohltäterin. Sie stiftete auch die Inneneinrichtung mit Kirchenschmuck und stellte außerdem als Anlaufkapital fur die Kirchenkasse 2400 Gulden zur Verfügung. Von Anfang an hatte das Kirchlein zwei Glocken, eine Uhr und ein Harmonium.

1962 wurde die Schlosskirche schenkungsweise der Tochterkirchengemeinde Thürnhofen bzw. der Kirchengemeinde Feuchtwangen von den Familien Freiherr von Thannhausen und Kleinschrod überlassen.

In den Jahren 1959/60 wurde die Kirche innen und außen renoviert. Später erhielt sie einen neuen Innenanstrich. Eine elektrische Kirchenheizung und ein elektrisches Geläut wurden eingerichtet, auch die Orgel erhielt einen Elektromotor.