Laubhüttenfest im Frauenkreis
„Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen … dass eure
Nachkommen wissen, wie ich die Kinder Israel habe in Hütten wohnen lassen, als ich sie aus Ägyptenland führte“, heißt es im 3. Buch Mose, Kapitel 23. Unser Frauenkreis interessierte sich für dieses größte Fest des Volkes Israel im Jahreslauf, das an die 40 Jahre währende Wanderung ins Gelobte Land erinnert – ohne feste Häuser, eigenen Grund und Boden, vertrauend und angewiesen auf Gottes gnädige Führung, auf frisches Wasser, auf ein wenig Weide für die Herden, auf Zukunft und Leben.
Und so entstand für den Frauenkreis und seinen Oktober-Abend im historischen Dekanatshof eine richtige „Laubhütte“ aus Bohnenstangen, Zweigen und bunten Tüchern, mit festlich geschmückten Tischen darunter, auf denen es Fladenbrot, Wein, Trauben und Oliven gab. Auch die zum Laubhüttenfest gehörenden Feststräuße aus Palme, Weide, Myrte und Zitrusfrucht durften nicht fehlen, und vor dem gemütlichen Essen und Trinken wurde passend zum Fest gesungen,
aus den Psalmen gebetet, der Tora (5 Bücher Mose) gelesen, feierlich Wasser geschöpft und sogar getanzt, auch mit der Tora-Rolle, wie es sich für ein richtiges Laubhüttenfest eben gehört.
Und auch jenes Laubhüttenfestes wurde gedacht, bei dem Jesus nach dem Evangelium des Johannes (Kapitel 7) in Jerusalem mitten in die feierliche Wasser-Zeremonie hinein gerufen hat: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Innerstem werden Ströme lebendigen Wassers fließen“.
Oktober 2005